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Letzten Sonntag war es soweit, mein erster Triathlon über die olympische Distanz!! Und was soll ich sagen, es hat einen unglaublichen Spass gemacht und ich bin absolut gut ins Ziel gekommen.

http://www.youtube.com/watch?v=5TNQnbzEYDQ ( ich bin auch kurz zu sehen!:)

Jetzt aber der Reihe nach.

Nachdem ich am Samstag meine Unterlagen am Baggersee abgeholt und ganz nebenbei noch ein kurzes Schwätzchen mit Faris al Sultan (späterer Sieger) gehalten habe:), bin ich am Sonntag sehr früh aufgestanden, alle sieben Sachen zusammengepackt und schon sehr zeitig zum Baggersee aufgebrochen.

Unterwegs hab ich Marco mitgenommen und da wurde mir so richtig bewusst wie aufgeregt ich eigentlich bin, denn ich wusste nicht wirklich was auf mich zukommen würde.  Also theoretisch wusste ich das schon. Es standen an 1,5km Schwimmen, 40 km Radfahren und dann noch 10,6 km Laufen, aber wie ich das alles hintereinander zusammenbringe und wieviel Kraft es mich kostet und vor allem, ob ich sie mir gut einteile, dass konnte ich mir nicht so richtig vorstellen. Immerhin ging es Marco genauso und das hat gut getan nicht allein als Anfänger zu sein.

Nachdem wir angekommen waren mussten wir in die Wechselzone einchecken. Das bedeutet alles was man zum Triathlon braucht muss in diese Zone. Da hat jeder seinen durch die Startnummer festgelegten Platz und den sollte man so effektiv wie möglich einrichten, damit man in der Hektik und Aufregung des Wettkampfes alles findet. Also hab ich mich sorgfältig an diese Arbeit gemacht und mir da Zeit gelassen um nichts zu vergessen. Wie das dann aussieht kann man auf einem Photo gut erkennen. Übrigens bin ich auf mein Scott Radel absolut stolz, denn erstens muss es sich unter den ganzen hightech Bikes nicht schämen und im Stich hat es mich auch noch nicht gelassen:) Grazie Scotti….

Als ich dann das Gefühl hatte alles ist vorbereitet, hab ich die Wechselzone verlassen und mich umgezogen. Dabei kam allerdings die erste schlechte Nachricht des Tages. Neoprenverbot!!!!! Das Wasser hat 22.7 Grad und ab 22 Grad wird von der Wettkampfleitung ein Verbot für Neoprenanzüge ausgesprochen. So eine Sch… hab ich mir gedacht, vor dem Schwimmen hatte ich eh am meisten Bammel und ohne Neopren wird es noch viel schwerer. Aber es war nichts zu machen und ich habe mich dann in meine Radelhose geschmissen und mich auf die Zusage vom Veranstalter verlassen, die da hieß: “dasaufa wirst scho net, da kummst scho durch”

Jetzt noch fünfzehn Minuten zum Start und ich hab meine Klamotten zum Auto getragen und bin dann in aller Ruhe zur Startzone gelaufen, aber irgendwie war ich schon ziemlich durch den Wind, denn kurz davor ist mir aufgefallen, dass ich die “Pflichtbademütze” bei den Klamotten vergessen hatte. Also nichts wie im Spurt wieder zum Auto und sage und schreibe zwei Minuten bevor es losging stand ich dann am Wasser, mich noch kurz abgefrischt und dann kam schon der Startschuß.

Endlich ging es los!! Aber noch nicht so richtig für mich, denn wenn soviel Menschen gleichzeitig versuchen zu schwimmen und man keinen guten Platz hat, dann ähnelt das in den ersten Minuten eher einem Nahkampf im Wasser, als einem Kraulschwimmen nahe der Perfektion. Das hatte ich mir nicht so schlimm vorgestellt und es hat bei mir bis zur ersten Boje gedauert, bis ich einigermaßen in die Techik und zum Atmen gekommen bin:) Aber von da an ist es echt gut gelaufen und ich war mit dem Schwimmen auch ohne Neo sehr zufrieden. Geärgert hab ich mich allerdings unter dem Schwimmen schon heftig, denn mir ist eingefallen, dass ich noch was vergessen hatte:( Ich hatte keinen Chip am Bein, damit die Zeit von mir erfasst werden kann. Drei Stunden Zeit um sich vorzubereiten waren anscheinend doch zu wenig:)

Nachdem ich diese bittere Erkenntnis etwas verdaut hatte und ich gemerkt habe, dass das Schwimmen echt gut lief bin ich dann nach ca. 34 Minuten aus dem Wasser und in die Wechselzone gelaufen.

War ein tolles Gefühl, vorbei an ganz vielen Zuschauern, das Schwimmen hinter sich zu haben und sich jetzt aufs Radeln zu freuen. Da hatte ich überhaupt keine Sorgen, dass mir das Probleme macht.

Ich hab mich dann so schnell wie es ging ins Outfit geworfen und mich auf die Strecke begeben. Das hat mir am meisten Freude gemacht, vorbei an vielen Zuschauern, die unglaublich toll angefeuert haben, so richtig mit Speed die Strecke abzufahren!! Dabei habe ich auch viel getrunken und zwei Energiegels gefuttert um auch noch genug Energie fürs Laufen zu haben.

Nach 1Stunde und 10 Minuten radeln war ich dann wieder in der Wechselzone und siehe da wen treff ich da, den Marco:) Fast hätten wir uns auf der Strecke noch getroffen, aber so war es ein großes “Hallo” und ein “na wie läufts bei Dir?” Er sah noch richtig gut aus und ist ein bißchen vor mir auf die Laufstrecke gegangen.

Ich hab versucht mir ein bißchen mehr Zeit zum Umziehen zu lassen, damit ich erstens ein bißchen runter komme und zweitens nicht wieder was vergesse, was ich auf der Strecke nicht mehr ändern kann:)

Dann bin ich losgelaufen und hab gerade noch mitbekommen, dass Herr Sultan schon im Ziel ist. Nicht schlecht Herr Specht. Für mich standen noch zwei Runden Baggersee auf dem Programm. So hab ich mich eingentlich noch ziemlich gut gefühlt und versucht mich voll und ganz auf das Laufen zu konzentrieren, allerdings hat zwar der Kopf mitgemacht, aber nicht die Beine!! Das war wirklich sehr komisch. Ich habe diesen Wechsel vom Rad zum Laufen auch nicht trainiert und von daher hatte ich am Anfang das Gefühl ich stampfe wie ein Elefant die Strecke entlang. Das Gefühl hatten auch andere wurde mir nachher bestätigt:) Merci!!!

Von Meter zu Meter wurde das allerdings besser und nach einer halben Runde hatte das was ich da versucht habe auch ein bißchen Ähnlichkeit mit Laufen. Und siehe da, der Marco war vor mir und ich konnte ihn einholen. Im ging es leider nicht so gut und wir sind dann ein bißchen zusammengelaufen bis er mich weitergeschickt hat. Es war echt cool ihm immer wieder unterwegs zu begegnen. Ich hatte dann mein Tempo gefunden, hab noch ein bißchen mit Zuschauern und Streckenposten meine Mätzchen gemacht und bin dann nach 3h 3min 30 sec absolut glücklich ins Ziel gelaufen!!!

Ich habe meinen ersten Marathon der olympischen Distanz geschafft ( in der Szene sagt man gefinisht:)) und es hat richtig Spass gemacht auch wenn es leider mangels Chip keinen urkundlichen Beweis dafür gibt.

Was solls… für mich war das ein ganz besonderer Tag, der einen wichtigen Platz im “Erinnerungsschränkchen” bekommt.

Ich bin Gott so dankbar, dass ich das machen darf und mir nichts passiert ist. Grazie…

Richard Weber

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